Ich komme noch einmal auf meine Kindheit zurück. Für mich war Ordnung früher statisch. Mein Zimmer konnte entweder ordentlich sein oder man konnte darin spielen. Sobald ich mein aufgeräumtes Zimmer benutzte, zerstörte ich die Ordnung. Unausweichlich. Innerhalb einer Stunde.

Muss man also aufhören zu wohnen, zu arbeiten, zu leben, damit Ordnung bleibt? Sie nicht nur halten sondern festhalten? Nichts anderes mehr tun, als aufräumen? Heute habe ich eine grundsätzliche, wohltuende Ordnung im Haus, die mir ein Gefühl von Freiheit vermittelt, denn ich kann tun, was ich will. Was auch immer ich dazu brauche, ist sofort auffindbar. Die Räume sind einladend und gut sauber zu halten, weil nicht überall etwas rumliegt oder -steht. Aufräumen ist im Gegensatz zu früher ganz einfach, denn alle Dinge haben ihren festen Platz. Ordnung schaffen geschieht fast nebenbei, weil es keine Mühe macht, sondern einem inneren Plan folgt.

Wenn Ordnung zum Selbstzweck wird, zwingt und stört sie uns. Wo sie aber Platz schafft, den ich mit Ideen, Tun und Leben füllen kann, ist Ordnung Tortenboden und Sahnehäubchen zugleich. Wer diese Erfahrung einmal machen durfte, dem wird es ganz leicht fallen, Ordnung zu schaffen und zu halten.