Die meisten Kinder wollen (oder können?) keine Ordnung halten. Als Mutter dreier Kinder habe ich alle Stadien von Ärger, Strategieversuchen, Abwehr, Schimpfen, Trickserei, Belohnung, Regeln und Frust erlebt.

Meiner Mutter ging es sicher genauso, als ich klein war. „Aufräumen ist ein Spiel“ hieß es da immer, aber ich wusste schon als Dreijährige: meins nicht! Aufräumen war Kampf und Schimpfe. Es wurden Ultimaten gestellt und viele „Wenn nicht, dann …“-Sätze ausgerufen. Am Ende räumte meist meine Mutter selbst auf und ich wurde deshalb ausgeschimpft, was mir immer noch lieber war, als mich am Ordnung machen zu beteiligen. Heute denke ich, wenn meine Mutter nicht selbst so schlechte Laune beim Aufräumen gehabt hätte, wäre alles leichter gegangen – für sie und für mich. Ordnung machen war nämlich auch nicht ihr Spiel, wie ich heute ahne.

Gelernt habe ich dabei als Kind nur, dass Aufräumen doof ist. Das Ergebnis hat mir trotzdem irgendwie gefallen. Ich erinner mich an mein fast erfürchtiges Staunen, wenn alle Puppen im Regal saßen, alle Legosteine in der Kiste waren und an die große Lust, in diesem schönen Zimmer zu spielen.